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Weltpoliotag am 28. Oktober 2016

Jonas Salk hat den ersten wirksamen Impfschutz gegen Kinderlähmung 1957 entwickelt. Unicef und WHO haben 1988 seinen Geburtstag (28.10.1914) zum Weltpoliotag ausgerufen.

Seine Heimat USA feierte Salk Mitte der 50er Jahre wie einen Nationalhelden. Heute ist der Kampf gegen das tückische Virus und seine Spätfolgen noch lange nicht gewonnen.


Als die zweieinhalbjährige Karola Rengis 1953 an Kinderlähmung erkrankte, war sie kein Einzelfall. Allein in den 50er Jahren wurden in der BRD 43.803 Fälle von Kinderlähmung gemeldet. Die Dunkelziffer lag um ein Vielfaches höher.

“Längst nicht jede Virusinfektion brachte Lähmungen mit sich. Oft wurde Polio einfach übersehen oder falsch diagnostiziert“ sagt Karola Rengis. Sie leidet bis heute unter den Spätfolgen (Rückkehr der Lähmungen aus der Infektionszeit), dem „Post-Polio-Syndrom“.Viele europäische Länder haben anschließend Impfkampagnen gestartet. Leider nicht die BRD. Die Politik hat bis 1962 mit einer systematischen Impfkampagne gewartet“, sagt Karola Rengis, 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Polio Selbsthilfe e.V.

„Dieses Zögern hat viele Opfer gekostet, denn vielen Kindern hätte die Erkrankung erspart bleiben können. Es hat noch Epidemien gegeben, zum Beispiel 1959 in München“. Doch das Gesundheitswesen lag in der Hoheit der Länder.

Jährlich wird am 28. Oktober auf die notwendige Impfung zum Schutz vor der Kinderlähmung und deren Folgen (Post-Polio-Syndrom) in den Medien aufmerksam gemacht. Leider gibt es immer wieder Rückschläge beim Kampf gegen Kinderlähmung, weil Kriege und ungenügende Impfbereitschaft zum Ausbruch von Neuerkrankungen führen.

Wie sieht die Impfbereitschaft in Deutschland aus?

Herr Dr. Jan Leidel, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission in Deutschland hat uns anläßlich des Weltpoliotages 2014 erklärt:

“In Deutschland kennt niemand die Durchimpfungsrate der Bevölkerung bei Polio so genau, da wir den Impfstatus nicht erheben. Die Ärzte könnten mehr tun. Jeder Hausarzt sollte sich regelmäßig die Impfausweise seiner Patienten zeigen lassen“.

Auffrischen sollte seinen Impfschutz unabhängig von der empfohlenen Regelauffrischung von über zehn Jahren, derjenige, der in einem Labor oder einer Flüchtlingsunterkunft mit Polioviren in Kontakt kommen könnte. Das gilt auch für Menschen, die in Länder wie Nigeria oder Pakistan reisen“.

Der Bundesverband Polio Selbsthilfe e.V. macht in jedem Jahr auf die notwendige Impfung gegen Kinderlähmung und somit auch dem Schutz vor den Folgeschäden aufmerksam.Vor dem Hintergrund, dass inzwischen nicht genügend Polio-Impfstoff zur Verfügung steht laufen jährliche Impfkampagnen der Kassenärztlichen Vereinigungen und des Gesundheitsministeriums (Deutschland sucht den Impfausweis) offensichtlich ins Leere. Apotheke Adhoc meldete kürzlich, dass Apotheken in Deutschland erhebliche Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Standardimpfstoffen haben.

Die diesjährige Veranstaltung am 29. Oktober im Hotel Flußbett in Gütersloh ist der Therapie des Post-Polio-Syndroms und dem Stand der gesundheitlichen Versorgung von Polioüberlebenden gewidmet.


Pressekontakt

Karola Rengis
1. Vorsitzende
POLIO Selbsthilfe e. V.
Auf den Hüchten 15
33647 Bielefeld

Telefon: 05 21 / 40 35 35
Telefax: 05 21 / 1 36 29 93

E-Mail: bundesverband@polio-selbsthilfe.net