Aufruf für eine bessere ärztliche Versorgung von Post-Polio-Patienten
Die Post-Polio-Patienten sind bezüglich Diagnose und Therapie bis heute ein Stiefkind der Medizin. Grund ist ein professionelles Versagen infolge Kenntnismangel zum Verlauf einer Polio-Encephalo-Myelitis-Infektion sowie zu Ursache und Verlauf der Polio-Spätfolge-Erkrankung Post-Polio-Syndrom.
Letzteres ist als neurologischer Strukturschaden inkurabel chronisch progredient. Seine Progredienz ist durch eine prophylaktisch orientierte adäquate symptomatische Therapie eingeschränkt hemmbar.Das Leiden betrifft in Deutschland gegenwärtig noch etwa 100.000 Überlebende einer Polio-Erkrankung und mindestens 1 Million Überlebende einer Polio-Infektion.
Dr. med. Peter Brauer,
Mitglied des ärztlichen Beirats von Polio Selbsthilfe e.V.
Polio Selbsthilfe e.V. stellt fest, dass
- viele Ärzte den Unterschied zwischen den direkten Folgen der Poliomyelitis und dem Post-Polio-Syndrom als Polio-Spätfolge nicht kennen und nichts über die Späterkrankung wissen.
- angehende Mediziner während ihres Studiums nichts oder kaum etwas über das Post-Polio-Syndrom erfahren.
- niedergelassene Ärzte und Ärzte in Krankenhäusern sich so gut wie nicht zum Post-Polio-Syndrom weiterbilden.
- Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen aller Bundesländer fast ausnahmslos den Bedarf an hinsichtlich des Post-Polio-Syndroms spezifisch qualifizierten Ärzten immer noch nicht erkennen und dementsprechend nicht fördern.
Deshalb fordern wir, dass
- Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen ihre Mitglieder umfassend über das Post-Polio-Syndrom aufklären und weiterbilden.
- Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen das Netz der regionalen ärztlichen Versorgung für Post-Polio-Patienten so schnell wie möglich ausbauen.
So machen Sie mit: Bitte füllen Sie einfach das nachfolgende Formular aus.
Ihre Daten werden von uns gesammelt und als ausgefüllte Listen den Landesärztekammern und den Kassenärztlichen Vereinigungen in den Ländern zugestellt.
